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Hier eine Zusammenfassung unserer Mitglieder aus den Forum zum Thema:

Import von Fahrzeugen aus der EU

Liebe Triumphfreunde,

bereits im Februar des Jahres hatte ich meinen Herald aus England hierher überführt. Bereits da hatte ich mir fest vorgenommen, andere an meinen Erfahrungen bei der Überführung teilhaben zu lassen.

Da ich mich allerdings direkt in die umfangreiche Aufarbeitung des Fahrzeugs gestürzt hatte, bin ich nie so recht dazu gekommen.

Seit zwei Wochen hat das gute Stück nun TÜV. Zeit also nun Stück für Stück meine damaligen Aufzeichnungen zu veröffentlichen. Solltet ihr weiter Interesse am Thema haben, würde ich dann fortsetzen.

Eines Vorab: So wie ich es beschreibe hat es bei mir geklappt. Die Zulassungsbestimmungen ändern sich dauernd und werden auch von Behörden unterschiedlich interpretiert. Es so zu machen wie ich es gemacht hatte, ist also keine hundertprozentige Funktionsgarantie!

Wie alles begann:
Schon seit langer Zeit geisterte der Gedanke, einen Triumph Herald oder eine Vitesse zu erwerben in mir herum. Und so habe ich am Abend des 18. Januar 2009, der eigentlich recht blöd verlief, aus einer Laune heraus bei einer ebay-Auktion einfach mal mitgeboten. (ja! Ich kenne alle Warnungen vor ebay-Auktionen).

Ein 61er Herald Convertible stand irgendwo in Südengland, der Pfundkurs stand kurz vor 1:1 und überhaupt war an diesem Abend eh schon alles egal. 976 Pfund Höchstgebot kann ma ja mal eingeben, Convertibles gehen eh immer für mehr raus - dachte ich. Um 22:30 war ich Käufer eines Triumph Herald Convertible, Baujahr 1961 mit 1200ccm Austauschmotor für 950 Pfund (zu diesem Zeitpunkt 1035 Euro), MOT bis April 2009 (sowas
wie der TÜV) - na Mahlzeit! Der Zustand schien mir ehrlich beschrieben worden zu sein: Rost an den Türunterkanten und den Radläufen, Rost im Fahrerfußraum, Motorhaube muss ausgerichtet werden, Verdeck und Teppich müssen erneuert werden.

Planung der Abholung:
Nachdem mir der Verkäufer gemailt hatte, dass er es mit der Abholung nicht super eilig hatte, konnte ich die Abholung planen. Auf jeden Fall wollte ich auf eigener Achse heim. Ich habe als rauf und runterrecherchiert und war zunächst mal über die Unzahl widersprüchlicher Aussagen zu den gesetzlichen und zulassungsrechtlichen Regelungen erschrocken. Irgendwann hatte ich aber doch die wesentlichen Fakten zusammengetragen:

Versicherung und Zulassung in GB

Zulassung:
In Großbritanien ist vieles leichter: Ein Kennzeichen wird dem Auto einmal zugeteilt und bleibt dann für immer an dem Fahrzeug. Dazu wird das Registration Certificate "V5C" ausgestellt. Der Halter muss noch eine Roadtax-Badge kaufen - auf dem Postamt zum Beispiel und den Wagen jährlich auf Verkhrssicherheit checken lassen (die sogannte MOT). Beide
Nachweise kommen in die Windschutzscheibe. Das wars! Damit ist das Auto zugelassen - aber nicht undbedingt versichert. Denn:

Versicherung
In Großbritanien läuft die Versicherung auf den Fahrer und nicht auf das Auto - man muss sich in etwa so vorstellen, als würde man seine Privathaftpflicht (die Versicherung die zuständig ist, wenn man beim Fußballspielen das Fenster vom Nachbarn zerdeppert) auf Unfälle mit einem - unter Umständen bestimmten - Kraftfahrzeug erweiteren. Wenn sich Briten für ein paar Tage ein Auto ausleihen wollen dann lösen sie das Problem mit einer sogenannten "Short Term Car Insurance" (einfach mal googlen). Manche davon erkennen auch nicht-britische Führerscheinnummern an - aber ich hatte keine gefunden die Oldies versichert. Ggf findet man eine britische Verischerung die einen Oldie kurzzeitversichert. Dann wäre das ein alternativer Weg für eine Überführung nach D.

Deutsche Kurzzeitkennzeichen im Ausland gültig?

Meine Versicherung war der Auffassung, dass der Versicherungsschutz für ein Kurzzeitkennzeichen auch im Ausland gilt. Darüber hinaus hatte ich im Amstblatt der EU eine Richtlinie zur Überführung von Fahrzeugen zwischen EU-Ländern gefunden:


(auf Englisch)
bzw


(Französisch)
bzw.

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2007:068:0015:0024 E:PDF
{ACHTUNG: ich bekomme die automatsichen smilies nicht weg, es muss null-null-zwei-vier-doppelpunkt-d-e lauten}
(auf Deutsch, andere Sprachversionen durch Ersetzen von 'DE' gegen bspw. 'ES')

das Dokument enthät auch noch interessante Infos zur dauerhaften Zulassung. Zu diesem Zeitpunkt interessierte mich allerdings mehr das Kapitel 4. Mit einen Audruck dieser Dokuments in Englisch und in Französisch, fühlte ich mich ausreichend vorbereitet - sollte mir ein Polizist Ärger machen, würde ich ihm den Auszug aus dem Amtsblatt
vorhalten - und hoffen, dass er die Kontrolle lieber beendet als den ganzen Sermon zu lesen.

An andereren Stellen wird allerdings behauptet, dass das Anschrauben eines deutschen Kurzzeitkennzeichens im Ausland eine "unzulässige Fernzulassung" darstelle. Das würde heißen: Wenn man den britischen Verkäufer am deutschen Rastplatz trifft, dort die deutschen Kennzeichen anschraubt und den guten Mann mit seinem ehemaligen Auto noch schnell heimbringt, wäre auch die Einschränkung sauber umgangen...

Alternative:

Britische Kennzeichen und deutsche Grüne Versicherungskarte
Nachdem ich irgendwann das ganze EU-Dokumenet gelesen hatte, fiel mir folgender Passus im Kapitel 4.2 auf: "...Damit kann der Käufer das Fahrzeug in seinem Wohnsitzmitgliedstaat versichern, obwohl es noch ein ausländisches Kennzeichen trägt (Kurzzeitkennzeichen des Herkunftsmitgliedstaates). Für die Praxis bedeutet das, dass die Versicherung im Bestimmungsland abgeschlossen werden sollte."
Möglicherweise kann man also auch die Britischen Kennzeichen dranlassen, wenn man einen deutschen Versicherer findet, der einem auf das britische Kennzeichen eine Grüne-Versicherungskarte bzw eine Doppelkarte ausstellt.


Wird noch weiter ergänzt...